5 Jahre Facharztvertrag Nephrologie: bessere Therapie und Lebensqualität

Stuttgart, 19. März 2025 – Am 1. April 2020 startete mit dem Nephrologievertrag der siebte Facharztvertrag der AOK Baden-Württemberg. Vertragspartner sind MEDI Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Verbund nephrologischer Praxen (VNP). Die innovative Versorgung hat zum Ziel, den Krankheitsverlauf bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen positiv zu beeinflussen und den Beginn einer Dialyse hinauszuzögern.  Dazu werden frühzeitig Nephrologen mit umfassender Beratung eingebunden, die eng mit den Hausärzten zusammenarbeiten.  Rund 6.000 Patientinnen und Patienten pro Quartal haben mittlerweile Vorteile von der spezialisierten Versorgung, während teilnehmende Ärztinnen und Ärzte durch eine leistungsgerechte Vergütung und Planungssicherheit unterstützt werden. Von den Vorzügen des Vertrages können Versicherte profitieren, die am AOK-FacharztProgramm teilnehmen und an chronischen Nierenerkrankungen leiden. Der Vertrag, der auch die Förderung der Heimdialyse als Schwerpunkt verfolgt, wird sowohl von ärztlicher als auch von Patientenseite gleichermaßen geschätzt. Er gilt als beispielhaft für eine moderne, patientenzentrierte Versorgung. Mittlerweile nehmen 151 Nephrologinnen und Nephrologen inklusive angestellter Ärztinnen und Ärzte an der Versorgung teil.

Der Vertrag sichert eine umfassende, evidenzbasierte und biopsychosoziale Beratung und Versorgung in allen Krankheitsphasen. Unter den derzeit rund 6.000 im Vertrag pro Quartal behandelten Patientinnen und Patienten befinden sich 1.260 Versicherte, die eine Dialyse benötigen. Betroffene spüren eine chronische Erkrankung der Nieren oft erst, wenn es durch Folgeerkrankungen zu Beschwerden kommt oder die Nieren bereits versagen. Zu den häufigsten Ursachen für eine chronische Niereninsuffizienz gehören Diabetes und Bluthochdruck. Ein erhöhtes Risiko besteht zudem für Raucher, bei dauerhafter Einnahme bestimmter Schmerzmittel und bei genetischer Veranlagung. Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg betont daher: „Der Facharztvertrag setzt auf Früherkennung und Verlangsamung von Nierenkrankheiten. Durch die rechtzeitige Einbeziehung von Nierenfachärzten kann der Dialysebeginn hinausgezögert werden. Die Vergütung belohnt eine intensive Patientenbetreuung, die das Gesundheitswissen der Betroffenen stärkt. Denn gut informierte Patientinnen und Patienten können gemeinsam mit ihren Ärzten die besten Behandlungsentscheidungen treffen.“

Maßgeblich für die bessere Versorgung ist die Veränderung des Lebensstils. Dazu zählen insbesondere Maßnahmen, die Betroffene bei Rauchstopp, regelmäßiger Bewegung und dem Abbau von Übergewicht unterstützen sowie eine sichere Arzneimitteltherapie fördern. Dialyse-Patientinnen und -Patienten und Betroffene nach einer Nierentransplantation werden ebenfalls ausführlich und angepasst an die individuelle Gesundheitssituation beraten und motiviert, weil dies dazu beitragen kann, die Komplikationsraten zu senken.

Dr. med. Dieter Baumann, erster Vorsitzender des VNP, bemerkt: „Wir sind mit dem Nephrologievertrag nach fünf Jahren sehr zufrieden. Durch die strukturierte Verknüpfung mit dem HZV-Vertrag der AOK haben wir einen hohen Zuspruch bei zuweisenden Ärztinnen und Ärzten und bei unseren Patientinnen und Patienten. Ein Trend nach fünf Jahren ist daher sehr klar erkennbar! Wir sehen viel mehr Patientinnen und Patienten deutlich früher, was deren Prognose verbessert und den Dialysebeginn mitunter um Jahre verzögert. In Verbindung mit dem hervorragenden Dialysesachkostenvertrag der AOK Baden-Württemberg können wir in punkto Lebensqualitätsverbesserung und Wirtschaftlichkeit bundesweit eine einmalige Versorgung anbieten. Im Oktober 2024 wurden die Vergütungen erhöht und nach der Erhöhung des EBM zu Beginn 2025 sind in diesem Jahr weitere Gespräche darüber geplant.“

Dr. Norbert Smetak, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg, bekräftigt: „Der Nephrologievertrag hat sich gut etabliert und er hält, was er verspricht. Er bietet eine bessere Versorgung, hohe Planungssicherheit und eine leistungsgerechte Vergütung. Seit Herbst 2024 können die teilnehmenden Nephrologinnen und Nephrologen ihre MFA auch zu Entlastungsassistentinnen in der Facharztpraxis (EFA®) fortbilden lassen. Derzeit sind 14 EFA®-Abschlüsse zu verzeichnen. Durch Übernahme delegationsfähiger Aufgaben tragen sie wesentlich zu einer weiter verbesserten Patientenversorgung bei.“ Zuständig für das Weiterbildungsangebot ist das Institut für fachübergreifende Fortbildung und Versorgungsforschung der MEDI Verbünde e.V. (IFFM).

Gemeinsame Pressemitteilung von AOK Baden-Württemberg und MEDI Baden-Württemberg.

 

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