Unverantwortbare Substitution ärztlicher Leistung durch Apotheken schreitet voran

13. Juni 2022

Nach Grippeimpfung in Apotheken folgt der nächste Seitenhieb für die niedergelassenen Hausarzt- und Facharztpraxen: Laut Mitteilung des Apothekerverbandes sollen künftig auch anspruchsvolle Arzneimittelberatungen, Blutdruckkontrollen sowie Asthmatiker-Schulungen in Apotheken durchgeführt und dazu noch vergütet werden.

Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI GENO Deutschland und MEDI Baden-Württemberg e.V. weiß: Das Problem sind nicht die Apothekerinnen und Apotheker, sondern die Politik. „Es wird versucht mit Ideologie die ambulante Versorgung von Ärztinnen und Ärzten auf andere Heilberufe zu verlagern – ohne Sachverstand und Rücksicht auf die Versicherten.“ Es ist unverantwortlich, solche Beratungen ohne ärztliches Wissen und in Konkurrenz zu den behandelnden Ärztinnen und Ärzten den Apothekerinnen und Apothekern zu übertragen. „Wer Patientinnen und Patienten berät und behandelt sollte nicht nur Medizin studiert haben, sondern klinische Erfahrung auf Facharztniveau haben“, so Baumgärtner weiter.

Ärztinnen und Ärzte müssen dabei zusehen, wie das Gesundheitssystem mehr und mehr zu einem Markt umfunktioniert wird, an dem neue Player teilnehmen. „Wir Niedergelassene und unsere Praxisteams waren, sind und bleiben das Rückgrat in der Pandemie. Deshalb erwarten wir, dass uns und unseren Leistungen mehr Respekt entgegengebracht wird“, ergänzt Dr. Norbert Smetak, stellvertretender Vorsitzender MEDI Baden-Württemberg e.V.. Anstatt also ärztliche Leistungen in Apotheken zu bezahlen, sollte von den Kassen und der Politik endlich die Mehrarbeit unserer Praxisteams und der größere Aufwand in der Pandemie bezahlt werden.

Darum fordert MEDI die Politik dazu auf, endlich damit aufzuhören, die ärztliche Kompetenz zu untergraben und der Ärzteschaft stattdessen mit Wertschätzung und angemessener Vergütung entgegenzutreten und somit zum Wohle der Patientinnen und Patienten zu handeln

Social Media

Folgen Sie uns auf unseren Plattformen.

Aktuelle MEDI-Times

MEDI-Newsletter

Mit dem kostenfreien MEDI-Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Themen und die neuesten Angebote. Bleiben Sie mit uns auf dem Laufenden!

Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und bin damit einverstanden.*

Auf Facebook kommentieren!

Burnout: Das High-Touch-Phänomen

Das Telefon klingelt den ganzen Tag, Patientinnen und Patienten stehen ungeduldig am Tresen und parallel benötigt die Chefin oder der Chef Unterstützung. Diese täglichen Praxissituationen kennen alle...

Burnout: Das High-Touch-Phänomen

Das Telefon klingelt den ganzen Tag, Patientinnen und Patienten stehen ungeduldig am Tresen und parallel benötigt die Chefin oder der Chef Unterstützung. Diese täglichen Praxissituationen kennen alle MFA. Täglich sind sie einem besonders hohen Maß an Stress und Multitasking ausgesetzt. Aber wann ist alles zu viel und droht vielleicht sogar ein Burnout?

ePA-Testlauf: „Der bundesweite Rollout zum 1. April 2025 ist illusorisch“

Seit Mitte Januar läuft in den drei Modellregionen Franken und Hamburg sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen die Testphase für die elektronische Patientenakte (ePA). Eine der beteiligten Praxen ist die von Dr. Jana Husemann im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Die Hausärztin ist eigentlich ein großer Fan digitaler Anwendungen – und zieht dennoch nur ein eher ernüchterndes Zwischenfazit.

MEDI GENO Deutschland fordert Aufnahme von bundesweiten Haus- und Facharztverträgen in den Koalitionsvertrag

Der fachübergreifende Ärzteverband MEDI GENO Deutschland e. V. fordert in einem Brief an alle 16 Mitglieder von CDU, CSU und SPD der Arbeitsgruppe „Gesundheit und Pflege“, die in Baden-Württemberg etablierten und erfolgreichen Haus- und Facharztverträge in den Koalitionsvertrag mit aufzunehmen und künftig bundesweit auszurollen, um die ambulante Versorgung zu sichern und Patientenströme künftig effizienter zu steuern.