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Nachricht  vom 09.06.2017


DMP Depression: IQWiG legt Leitlinien-Recherche vor


Köln (pag) – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Leitlinien zur Behandlung von Menschen mit Depression ausgewertet. Die Ergebnisse sollen in ein Disease-Management-Programm (DMP) Depression einfließen, das der Gemeinsame Bundeausschuss (G-BA) gegenwärtig ausarbeitet.

Die Empfehlungen in den 22 untersuchten Leitlinien deckten alle wichtigen Versorgungsaspekte ab, die Aussagen seien inhaltlich weitgehend konsistent. Nur in wenigen Fällen widersprächen sich die Angaben, wie etwa in Hinblick auf Johanniskraut als Therapie der ersten Wahl bei unipolaren Depressionen. Zwar gebe es eine Vielzahl von therapeutischen Maßnahmen, die die Autoren der Leitlinien empfehlen. Allerdings zeige die Auswertung des IQWiG, dass sie oft keine Hinweise geben, welche dieser Interventionen gegenüber anderen zu bevorzugen sind. Zudem fehlten Empfehlungen für Kinder und Jugendliche zu versorgungsrelevanten Fragestellungen. Acht der 22 untersuchten Leitlinien stammen aus Großbritannien, vier aus den USA und nur drei aus Deutschland. Die Aussagen seien deshalb unter Umständen nur eingeschränkt übertragbar.
Die Wissenschaftler des IQWiG regen in ihrem Abschlussbericht an, das geplante DMP in zweierlei Hinsicht zu spezifizieren: Zum einen könnte es sinnvoll sein, zwischen uni- und bipolaren Krankheitsbildern zu unterscheiden. Zum anderen könnte eine Eingrenzung auf mittelgradige und schwere Formen der Erkrankung sowie auf rezidivierende Verläufe Vorteile bieten. Zwar seien Menschen mit Depressionen in der Öffentlichkeit inzwischen etwas weniger stigmatisiert als noch vor 20 Jahren. Gerade die zahlreichen Patienten mit einer leichten unipolaren Störung könnten jedoch davor zurückschrecken, sich in ein DMP einzuschreiben, vor allem aus Sorge, durch ein „Label“ Depression Nachteile zu erfahren.
Das 2014 in Kraft getretene Versorgungsstärkungsgesetz sieht vor, dass der G-BA neue struktureierte Behandlungsprogramme, unter anderem für die Indikation Depressionen, entwickeln soll.


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