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Nachricht  vom 08.06.2017


Hochschule untersucht Akzeptanz von Online-Medizin


München (pag) – In einer Projektarbeit der Hochschule Fresenius haben sich Studierende mit der Frage „Online-Medizin – Zukunftsweisendes Businessmodell zur Vermeidung überfüllter Wartezimmer?“ beschäftigt. Dazu wurden Ärzte und Patienten befragt. Das Ergebnis: Gegenüber der Online-Medizin gibt es auf beiden Seiten immer noch Vorbehalte.

Mittels eines eigens konzipierten Fragebogens wurden insgesamt 65 Patienten und 19 Ärzte persönlich oder per Telefon befragt. Die Kernfrage war, ob für die Befragten ein Online-Arzt-Besuch überhaupt in Frage käme. Die Ergebnisse zeigen: „Junge Menschen sind der Online-Medizin gegenüber sehr aufgeschlossen, allerdings sind diese Personen eben auch weniger von Krankheiten betroffen und gehen daher statistisch seltener zum Arzt. Ältere Personen dagegen, die in der Regel häufiger krank sind und dazu aufgrund ihrer größeren Immobilität am meisten von der Online-Medizin profitieren würden, fehlt oftmals noch die Affinität zur Technik“, fasst der auf vertragsärztliche Versorgung spezialisierte Rechtsanwalt Benjamin Ruhlmann, Projektleiter und Dozent an der Hochschule Fresenius München, zusammen.
Hinzu komme, dass auch auf Ärzteseite immer noch Vorbehalte gegenüber der Online-Medizin bestehen. Von den befragten Medizinern geben 18 von 19 an, dass eine Online-Sprechstunde nicht gleich effektiv wirke wie eine konventionelle Behandlung in der Praxis. „Insgesamt hat die Online-Medizin in Deutschland also noch einen weiten Weg vor sich. Das Warten geht weiter“, bilanzieren die Studierenden.
Bei der Online- und Telemedizin kommuniziert der Patient telefonisch oder via Internet mit dem Arzt, der anschließend eine Ferndiagnose stellt und bei Bedarf ein Rezept ausstellt. Die Vorteile: Keine langen Anfahrts- und Wartezeiten, eine minimierte Ansteckungsgefahr, Versorgungslücken in ländlichen Regionen können gedeckt und damit Kosten gesenkt werden. Ein Nachteil ist jedoch, dass dieses Verfahren nicht bei allen Krankheiten sinnvoll ist: So kann der Arzt aus der Ferne weder die Lunge abhören noch ein Ultraschallbild machen.


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