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Nachricht  vom 07.06.2017


Zu wenig Patientenwohl bei früher Nutzenbewertung?


Berlin (pag) – Die Methodik der frühen Nutzenbewertung soll erweitert werden, um „unzureichende Bewertungen des patientenrelevanten Outcome zu beseitigen“. Das fordert die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

Nachzulesen ist das in einem Positionspapier der Ad-hoc-Kommission Nutzenbewertung der Arbeitsgemeinschaft, das auf Grundlage einer Analyse der Ergebnisse aller AMNOG-Verfahren von 2011 bis 2016 formuliert wurde. Die Kommission verlangt außerdem mehr Transparenz im Verfahren der Preisbildung und bei den Kriterien zur Festlegung der Aussagesicherheit. Grundsätzlich begrüße die AWMF die frühe Nutzenbewertung, allerdings sehe man in der derzeitigen Methodik Schwächen, „die Innovationen bremsen könnten“, so AWMF-Präsident Prof. Rolf Kreienberg.
Die Ad-hoc-Kommission analysierte insgesamt 224 abgeschlossene Verfahren und stellte dabei zwischen den verschiedenen Fachgebieten ein Ungleichgewicht fest, das nicht allein durch Unterschiede in Design und Qualität der zugrunde liegenden Studien zu erklären sei. In Onkologie, Infektiologie und Pneumologie wurden 45 Prozent der geprüften Arzneimittel kein Zusatznutzen bescheinigt; in der Diabetologie, Neurologie und Ophthalmologie lag die Quote bei fast 90 Prozent. Der Kommission zufolge liegt der Hauptgrund darin, dass die Endpunkte der Studien unterschiedlich bewertet würden. Verbessere ein neues Arzneimittel die Krankheitsbelastung und die Lebensqualität des Patienten, werde das nicht ausreichend erfasst. „Wir brauchen eine höhere Gewichtung von Funktionstests, Verbesserung bei Alltagsfunktionen oder belastenden Symptomen“, sagt Prof. Bernhard Wörmann, Vorsitzender der Kommission.


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